Man könnte einen Knopf drücken. Es gibt Maschinen, die mahlen, brühen und den Kaffee ausgeben, während man anderen Dingen nachgeht. Sie sind praktisch. Sie liefern zuverlässigen Kaffee. Und sie verlangen nichts von Ihnen.
Und genau das ist das Problem.
Wenn man Kaffee zubereitet, indem man die Bohnen von Hand mahlt, den Hebel betätigt und den Brühvorgang beobachtet, bereitet man nicht einfach nur ein Getränk zu. Man ist an seiner Entstehung beteiligt. Und diese Beteiligung verändert das Erlebnis.
Psychologen nennen das den „IKEA-Effekt“: Wir schätzen Dinge mehr, wenn wir Mühe in ihre Herstellung investiert haben. Doch es geht noch tiefer. Der Herstellungsprozess beansprucht den Körper, bündelt die Aufmerksamkeit und verwandelt passiven Konsum in ein aktives Ritual.
Eine Maschine liefert dir Kaffee. Deine Hände schenken dir ein Erlebnis.
Da ist die haptische Befriedigung des Widerstands des Hebels. Die Vorfreude, während sich der Druck aufbaut. Die ersten dunklen Tropfen, die in der Tasse erscheinen. Das sind keine Ineffizienzen, die es zu optimieren gilt – es sind die Momente, die dem Ritual Bedeutung verleihen.
Wir haben so vieles in unserem Leben automatisiert. Und mit jeder Automatisierung haben wir die Präsenz gegen Bequemlichkeit eingetauscht. Kaffee von Hand zuzubereiten ist eine kleine Rückbesinnung. Eine tägliche Erinnerung daran, dass es sich lohnt, manche Dinge langsam und mit den Händen zu tun, selbst wenn es schnellere Alternativen gibt.
Der Kaffee mag gleich schmecken. Aber du nicht.

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Die Kunst, sich beim Kaffeetrinken auf eine einzige Aufgabe zu konzentrieren
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