Kaffee ist ein frisches Produkt. Nicht so frisch wie Milch – die macht einen nicht krank, wenn sie alt ist –, sondern so frisch wie Brot. Am besten schmeckt er frisch zubereitet, sein Geschmack lässt mit der Zeit nach.

Der Übeltäter ist Sauerstoff. Sobald Kaffee geröstet wird, gibt er Kohlendioxid ab und nimmt Sauerstoff auf. Dieser Prozess, Oxidation genannt, zersetzt die Aromastoffe, die dem Kaffee seinen komplexen Duft und Geschmack verleihen. Abgestandener Kaffee ist nicht gefährlich. Er schmeckt einfach nur fad, leblos und eindimensional.

Ganze Kaffeebohnen bleiben länger frisch, da ihre Oberfläche, die der Luft ausgesetzt ist, geringer ist. Durch das Mahlen des Kaffees vergrößert sich diese Oberfläche drastisch, und die Oxidation beschleunigt sich. Deshalb kann vorgemahlener Kaffee, selbst wenn er beim Abfüllen frisch war, niemals mit frisch gemahlenen Bohnen mithalten.

Wie frisch ist frisch? Bei ganzen Bohnen ist das Aroma in der Regel 1–3 Wochen nach der Röstung am besten. Nach einem Monat lässt der Geschmack merklich nach. Bei gemahlenem Kaffee misst man die Frische in Minuten – nicht in Tagen.

Das ist keine Kaffeesnoberei, sondern Chemie. Frische Bohnen enthalten Hunderte von Aromastoffen, die das Kaffeeerlebnis ausmachen. Mit jedem Tag nimmt diese Menge ab.

Frische Bohnen zu kaufen, sie erst kurz vor dem Brühen zu mahlen und sie richtig zu lagern (kühl, dunkel, luftdicht), bedeutet nicht, Perfektion zu erreichen. Es geht darum, den vollen Geschmack des Kaffees zu genießen – bevor er mit der Zeit verloren geht.

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