Man spricht oft von Kaffee und Espresso, als wären es unterschiedliche Getränke. Das stimmt nicht – Espresso ist Kaffee. Er wird nur anders zubereitet.
Der Unterschied lässt sich auf drei Dinge zurückführen: Fleiß, Druck und Zeit.
Für herkömmlichen Kaffee (Filterkaffee, Pour-Over, French Press) wird gröber gemahlener Kaffee verwendet, und die Extraktion erfolgt durch Zeit und Schwerkraft. Heißes Wasser durchläuft das Kaffeepulver oder lässt es mehrere Minuten darin ziehen, wodurch sich die Aromen langsam entfalten. Das Ergebnis ist ein kräftigeres, leichteres Getränk.
Espresso wird mit sehr feinem Kaffeepulver zubereitet und basiert auf Druck statt Zeit. Das Wasser wird 25–30 Sekunden lang durch das Kaffeepulver gepresst, wodurch das Aroma schnell und intensiv extrahiert wird. Das Ergebnis ist ein kleiner, konzentrierter Espresso.
Durch die andere Zubereitungsmethode hat Espresso einen einzigartigen Charakter: vollmundiger, intensiver im Geschmack und eine cremige Crema. Er ist aber nicht „stärker“, wie viele denken – eine normale Tasse Filterkaffee enthält sogar mehr Koffein als ein einfacher Espresso, einfach weil mehr davon enthalten ist.
Keines von beiden ist besser. Es sind unterschiedliche Werkzeuge für unterschiedliche Momente. Filterkaffee ist ein langsamer Begleiter. Espresso ist ein Satzzeichen – klein, bewusst, vollkommen.
Der Reiz des Espressos liegt im Ritual: in der Konzentration, die für die Zubereitung nötig ist, in der Vorfreude auf den Einschenkvorgang und in der Befriedigung einer täglich wiederholten Übung.

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Was ist Espresso eigentlich? Eine einfache Erklärung
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